13 Min. LesezeitJuni 2026Martin Frost

Fördermittel Sachsen 2026: SAB, Digitalisierungszuschuss EFRE & GRW — der vollständige Leitfaden

Die SAB (Sächsische Aufbaubank) vergibt den Digitalisierungszuschuss EFRE (bis 60.000 €, bis 60 %), DFM-Darlehen für KMU und GRW-Zuschüsse bis 50 % in fast ganz Sachsen. Dieser Leitfaden zeigt alle Programme für Unternehmen im Freistaat Sachsen.

bis 60.000 €

Digitalisierungszuschuss EFRE (bis 60 %)

bis 50 % GRW

Investitionszuschuss in fast ganz Sachsen

SAB

Sächsische Aufbaubank — zentrale Förderbank

DFM

Darlehen für den Mittelstand (Gründung & Wachstum)

3.000 €

Meisterbonus Sachsen 2026 (erhöht)

598 Programme

aktive Förderprogramme in Sachsen

1Sachsen als Förderstandort: Industrieland mit starker Förderinfrastruktur

Sachsen ist das bevölkerungsreichste ostdeutsche Bundesland — mit Dresden, Leipzig und Chemnitz als Wirtschaftszentren. Die sächsische Wirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark transformiert: Vom DDR-Schwermaschinenbau zu einem dynamischen Mix aus Halbleiterfertigung (TSMC und Samsung bauen in Dresden), Automobil-Zulieferern, Maschinenbau, Kreativwirtschaft (Leipzig) und einem wachsenden Startup-Ökosystem.

Die SAB (Sächsische Aufbaubank) ist die Landesförderbank des Freistaats und vergibt Darlehen, Zuschüsse und EU-Strukturfondsmittel. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Landesprogramme und koordiniert auch GRW-Förderung in Sachsen.

Besonderheit Sachsen: Der Digitalisierungszuschuss EFRE ist eines der attraktivsten Digitalisierungsprogramme in Ostdeutschland — mit bis zu 60 % Förderquote (bei Tarifbindung) und bis zu 60.000 Euro Zuschuss. Gleichzeitig ist Sachsen nahezu flächendeckend GRW-Fördergebiet. Die Kombination beider Programme macht Sachsen zu einem der fördermittelstärksten Bundesländer für KMU.

2Programme auf einen Blick: Was Sachsen 2026 für KMU bereitstellt

Sachsen kombiniert einen der großzügigsten EFRE-Digitalzuschüsse Ostdeutschlands (bis 60 % bei Tarifbindung) mit flächendeckender GRW-Förderung und spezifischen Lausitz-Programmen:

ProgrammArtMax. BetragFörderquoteAntragstelle
Digitalisierungszuschuss EFRE (Digi-Z)Zuschuss60.000 €bis 60 % (bei Tarifbindung)SAB Förderportal
GRW-InvestitionszuschussZuschussindividuellbis 50 %SAB direkt
Lausitz-InvestitionsprogrammZuschussindividuellindividuellSAB / Wirtschaftsmin. SN
DFM-DarlehenKreditindividuellZinsvorteilHausbank → SAB
Meisterbonus Sachsen 2026Zuschuss3.000 €100 %HWK Sachsen
Forschungszulage (Bund)Steuervorteil2.500.000 €/Jahr25 % auf FuE-LöhneBSFZ → Finanzamt

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3Digitalisierungszuschuss EFRE: bis 60.000 € für digitale Transformation

Der Digitalisierungszuschuss EFRE (FRL Digi-Z) ist das wichtigste Digitalisierungsförderprogramm der SAB. Es fördert sowohl einfache Einführungs-Projekte als auch komplexe Digitaltransformationen — mit zwei Projektkategorien.

Heranführungsprojekte (Kategorie A): Für Kleinstunternehmen und Betriebe mit geringem Digitalisierungsgrad. Fördert erste Digitalisierungsschritte — Einführung einer digitalen Auftragsabwicklung, einfache Datenerfassung, erste KI-Anwendungen. Fördersatz: 50–60 % (höher bei Tarifbindung). Maximaler Zuschuss: nicht festgelegt (projektabhängig).

Transformationsprojekte (Kategorie B): Für komplexe Digitaltransformationsprojekte von KMU. Fördert umfassende Digitalisierungen von Produktions- und Geschäftsprozessen, ERP/CRM-Implementierungen, KI-Systeme, digitale Plattformstrategien. Fördersatz: bis zu 60 % bei Tarifbindung. Maximaler Zuschuss: 60.000 Euro.

Tarifbonus: Unternehmen, die tarifgebunden sind oder Löhne gemäß Tarifvertrag zahlen, erhalten 10 Prozentpunkte mehr Förderquote. Das ist ein außergewöhnliches Merkmal — kaum ein anderes Bundesland macht die Förderquote von Tarifbindung abhängig.

Antrag: Über das SAB-Förderportal, vor Projektstart. Die SAB hat eine eigene Digitalisierungsberatung, die kostenlos Vorab-Konsultationen anbietet. Anträge können laufend eingereicht werden — kein Call-Verfahren, Mittel sind jedoch begrenzt.

Tipp: Der Tarifbonus beim Digitalisierungszuschuss EFRE (10 Prozentpunkte mehr bei Tarifbindung) lohnt sich nachzurechnen. Wenn Ihr Unternehmen ohnehin tariforientiert bezahlt: Stellen Sie sicher, dass das im Antrag dokumentiert ist — die höhere Förderquote ist nicht automatisch, sie muss angegeben werden.

Rechenbeispiel: Eine Dresdner Produktionsfirma (kleines Unternehmen, tarifgebunden) digitalisiert ihre Fertigungssteuerung für 100.000 €. Digitalisierungszuschuss EFRE (60 % bei Tarifbindung): 60.000 € Zuschuss. DFM-Darlehen für verbleibende 40.000 € zu 3,0 % p.a. Zinseinsparung über 5 Jahre: ca. 3.400 €. Gesamtentlastung: 63.400 € auf 100.000 € = 63 % — dank Tarifbonus.

4GRW-Förderung in Sachsen: flächendeckend bis 50 %

Sachsen ist nahezu vollständig GRW-Fördergebiet — mit Fördersätzen bis zu 50 % für Kleinstunternehmen. Nur wenige städtische Wachstumsbereiche (z. B. Teile Dresdens und Leipzigs) sind aus den Fördergebieten herausgefallen oder haben geringere Fördersätze.

GRW in Sachsen: Fördert Errichtung, Erweiterung oder Grundmodernisierung von Betriebsstätten. Beschäftigungsauflage: Schaffung oder Sicherung von Arbeitsplätzen für mindestens 3 Jahre. Fördersätze: Kleinstunternehmen 50 %, kleine KMU 40 %, mittlere KMU 30 %.

GRW und Strukturwandel Kohle: Sachsen hat durch den Lausitzer Kohleausstieg besondere Strukturwandelmittel erhalten — das sogenannte Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG). Unternehmen in der Lausitz können neben GRW auch aus dem Kohleregionenfonds gefördert werden. Zuständige Stellen: SAB und Wirtschaftsministerium Sachsen.

Lausitz-Investitionsprogramm: Spezifische Förderung für Ansiedlungen und Expansionen in der Lausitz-Region (Bautzen, Görlitz). Ergänzt GRW und bietet Infrastrukturförderung für Industrie- und Gewerbegebiete.

5DFM-Darlehen und Gründungsunterstützung in Sachsen

Das DFM (Darlehen für den Mittelstand) ist der SAB-Kredit für Gründer und Wachstumsunternehmen in Sachsen. Es fördert Gründungs-, Wachstums-, Markteinführungs- und Digitalisierungsvorhaben — mit Fokus auf strukturschwächere Bergbaufolgelandschaften.

DFM-Konditionen: Kredit ab 10.000 Euro, günstige Zinsen durch SAB-Subventionierung, flexible Laufzeiten, tilgungsfreie Anlaufjahre möglich. Antrag über Hausbank.

Meisterbonus Sachsen 2026: 3.000 Euro für Handwerker, die einen Meisterabschluss erwerben — für 2026 erhöht von 2.000 €. Kombinierbar mit Aufstiegs-BAföG und Meistergründungsprämie. Sachsen ist damit eines der großzügigeren Bundesländer beim Meisterbonus.

Seed- und Startup-Förderung: Das sächsische Startup-Ökosystem in Dresden und Leipzig wird durch spezialisierte Acceleratoren (Dresden Existence, SpinLab Leipzig) und SAB-Programme für junge Technologieunternehmen gefördert. ZIM und EXIST ergänzen die Landes-Startup-Förderung.

6Häufige Fragen zu Fördermitteln in Sachsen

Was ist der Unterschied zwischen Heranführungs- und Transformationsprojekten beim Digitalisierungszuschuss? Heranführungsprojekte: erste Digitalisierungsschritte für Unternehmen mit geringem Digitalisierungsgrad. Einfachere Anforderungen, niedrigerer Mindestprojektumfang. Transformationsprojekte: komplexere Vorhaben, höherer maximaler Zuschuss (60.000 €), höhere Anforderungen an den Digitalisierungscharakter. Fragen Sie die SAB-Digitalisierungsberatung zur Einordnung Ihres Vorhabens.

Gibt es in Sachsen spezifische Förderung für die Halbleiterindustrie (TSMC, Samsung-Zulieferer)? Ja — das Wirtschaftsministerium Sachsen hat spezifische Programme für Zulieferer der Chipindustrie aufgelegt, ko-finanziert durch Bundes- und EU-Mittel. Sprechen Sie die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) auf aktuelle Ansiedlungs- und Erweiterungsförderungen an.

Kann ich Digitalisierungszuschuss EFRE und GRW kombinieren? Ja, für unterschiedliche Investitionsarten. GRW für bauliche Investitionen und Maschinen, Digitalisierungszuschuss für IT und Software. Kumulierungsregeln beachten — SAB berät kostenlos zur optimalen Aufteilung.

Wo bekomme ich Fördermittelberatung in Sachsen? SAB (Förderportal und Telefonberatung), IHK Dresden, IHK Leipzig, IHK Chemnitz, HWK Dresden, HWK Leipzig, HWK Chemnitz, Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), Technologiezentren in Dresden und Chemnitz.

Ihre nächsten Schritte

  1. 1Beantragen Sie den Digitalisierungszuschuss EFRE über das SAB-Förderportal — bis zu 60.000 € und 60 % für komplexe Digitaltransformationen, kein Call-Verfahren.
  2. 2Prüfen Sie GRW-Förderfähigkeit Ihrer Investition mit der SAB — in fast ganz Sachsen sind Investitionszuschüsse bis 50 % möglich.
  3. 3Als Handwerksbetrieb: Kombinieren Sie Meisterbonus (3.000 €), Aufstiegs-BAföG und DFM-Kredit für eine starke Gründungs- oder Qualifizierungsförderung.
  4. 4Nutzen Sie FörderPilot, um alle 598 aktiven Programme für Ihren sächsischen Standort zu identifizieren.

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Hinweis: FörderPilot bietet eine unverbindliche Ersteinschätzung. Die Ergebnisse ersetzen keine professionelle Fördermittelberatung. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig — bitte prüfen Sie aktuelle Konditionen bei den offiziellen Förderstellen vor der Antragstellung.