14 Min. LesezeitJuni 2026Martin Frost

Digitalisierung fördern lassen 2026: Alle Programme, aktuell & vollständig

go-digital und Digital Jetzt sind 2024 ausgelaufen. Diese 2026-Übersicht zeigt, was heute wirklich funktioniert — Digitalbonus Bayern bis 50.000 €, BAFA-Beratung, KfW 380/390 und Landesprogramme.

50.000 € Zuschuss

Digitalbonus Bayern (max.)

bis 2.800 € (neue BL)

BAFA Digitalisierungsberatung

bis 25 Mio. €

KfW Digitalisierungskredit (380/390)

beide seit Ende 2024 eingestellt

go-digital / Digital Jetzt

Wichtiger Hinweis vorab: Zwei der bekanntesten Bundesprogramme für Digitalisierung existieren nicht mehr. Das Förderprogramm 'go-digital' (BAFA-Beratungsförderung speziell für Digitalisierung) und 'Digital Jetzt' (Investitionsförderung BMWE) wurden Ende 2024 eingestellt. Viele Websites und Ratgeber listen sie noch — verlassen Sie sich nicht darauf.

Die gute Nachricht: Die Förderlandschaft für digitale Investitionen ist 2026 trotzdem reichhaltig. Landesprogramme haben die Lücke teilweise geschlossen, die allgemeine BAFA-Beratungsförderung läuft weiter (bis 31.12.2026), und der KfW-Digitalisierungskredit steht unverändert zur Verfügung. Dieser Artikel zeigt den aktuellen Stand.

2Bundesweite Programme 2026

KfW ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (380/390): Zinsgünstige Kredite von 25.000 € bis 25 Mio. € für Digitalisierungsinvestitionen. Förderfähig: Software, Hardware, IT-Infrastruktur, E-Commerce-Aufbau, Cybersicherheitssysteme, KI-Integration, ERP-Einführung. Für KMU optional mit Tilgungszuschuss von bis zu 20 %. Antrag über Hausbank.

BAFA Unternehmensberatung (bis 31.12.2026): Beratungen mit Digitalisierungsschwerpunkt sind förderfähig — IT-Strategie, Cloud-Migration, E-Commerce, Datenschutz, KI-Einführung. Förderhöhe: 50 % (alte Bundesländer, max. 1.750 €) oder 80 % (neue Bundesländer / < 2 Jahre, max. 2.800 €). Das Programm endet 2026 — jetzt noch nutzen.

Mittelstand-Digital-Zentren (BMWE): Über 20 regionale Kompetenzzentren bieten kostenlose Beratung, Workshops, Umsetzungsbegleitung und Demonstrationsprojekte für KMU. Kein Antrag, keine Förderquote — einfach anrufen. Ideal für den Einstieg in die Digitalisierung oder zur Vorbereitung größerer Investitionen.

KMU-innovativ (BMBF): Für FuE-intensive Digitalisierungsprojekte — KI-Entwicklung, Quantencomputing, IoT-Systeme, neue Datenarchitekturen. Zuschüsse bis zu 50 % (KMU bis 500 MA), nicht rückzahlbar. Hochriskante technische Vorhaben, kein Routinedigitalisierungsprojekt. Antrag über BMBF-Projektträger.

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3Länderprogramme: Direkte Zuschüsse — die wichtigsten 2026

Bayern — Digitalbonus Bayern: Das attraktivste Länderprogramm deutschlandweit. Zuschüsse von 5.000 € bis 50.000 € für IT-Sicherheit, Software, Hardware und digitale Geschäftsmodelle. Förderquote: bis 50 % der förderfähigen Kosten. Antrag über LfA Bayern. Achtung: Sehr beliebt, Mittel sind häufig vor Jahresende ausgeschöpft — früh im Jahr beantragen.

NRW — MID NRW (Mittelstand Innovativ & Digital): NRW fördert Digitalisierung für KMU mit Beratungsgutscheinen und Umsetzungszuschüssen bis zu 15.000 €. Seit 2026 über die NRW.BANK administriert. Besonders für Handels- und Dienstleistungsunternehmen in NRW geeignet.

Sachsen — Digitalbonus Sachsen: Bis zu 20.000 € Zuschuss (50 % Förderquote) für Software, Hardware, IT-Sicherheit und digitale Infrastruktur. In strukturschwachen Regionen Sachsens erhöhte Förderquoten möglich.

Berlin — Berliner Innovations- und Technologiezuschuss (BIT-Z) + IBB Investitionsbank Berlin: Berlin fördert Digitalisierung über verschiedene Programme für ansässige KMU. Die IBB bietet Zuschüsse für Digitalisierungsvorhaben bis 15.000 €.

Baden-Württemberg — Transformationsgutschein, Hamburg — Hamburger Investitions- und Förderbank (IFB), Hessen — Hessen Trade & Invest: Alle großen Bundesländer haben eigene digitale Förderprogramme — Konditionen und Budgets variieren jährlich. Prüfen Sie immer den aktuellen Stand Ihrer Landesbank.

4Was ist förderfähig — und was nicht?

Klar förderfähig: ERP-Software (SAP, Microsoft Dynamics, Odoo usw.), CRM-Systeme, digitales Dokumentenmanagement (DMS), E-Commerce-Plattformen (Webshop-Aufbau, PIM-Systeme), Cybersicherheitslösungen (Firewall, EDR, SIEM), KI-Werkzeuge und -Integrationen, Cloud-Migration, digitale Produktionssysteme (MES, SCADA), Mobile Apps mit Betriebsbezug.

Nicht oder kaum förderfähig: Laufende Softwarelizenzen und SaaS-Abonnements (Betriebskosten, keine Investitionen), Mobiltelefone und Standard-Hardware ohne Digitalisierungsbezug, reine Webseitenpflege ohne strategische Erneuerung, Schulungen ohne konkretes Digitalisierungsprojekt (für Schulungen: separate Programme).

Grauzone Hardware: Notebooks, Tablets, Drucker — mancher Digitalbonus fördert diese, andere nur in Verbindung mit Software. Lesen Sie die Richtlinien Ihres Bundeslandes genau.

5Optimale Strategie: So holen Sie das Maximum heraus

Schritt 1 — Prüfen Sie Ihren Landeszuschuss: Wenn Ihr Bundesland ein Digitalbonus-Programm hat (Bayern, Sachsen, NRW, Berlin), beantragen Sie den Zuschuss zuerst. Diese Gelder müssen nicht zurückgezahlt werden.

Schritt 2 — Ergänzen Sie mit KfW-Kredit: Für Investitionen über 50.000 € beantragen Sie den KfW-Digitalisierungskredit (380/390) für den Rest der Investition. Zuschuss + Kredit sind kombinierbar, solange die Gesamtförderquote 60 % nicht übersteigt.

Schritt 3 — Nutzen Sie die BAFA-Beratungsförderung für die Planung: Bevor Sie große Digitalisierungsinvestitionen tätigen, lassen Sie eine IT-Strategieberatung fördern (max. 2.800 € Zuschuss). Das spart eigene Beratungskosten und erhöht die Qualität der anschließenden Investitionsentscheidung.

Schritt 4 — FuE-Anteil prüfen: Wenn Ihr Digitalisierungsprojekt eine Eigenentwicklung enthält (neue Algorithmen, individuelle Software-Architektur, KI-Modellentwicklung), prüfen Sie ZIM und Forschungszulage. Die Forschungszulage läuft parallel und ermöglicht 35 % steuerliche Gutschrift auf Entwicklerpersonalkosten.

6Konkrete Beispiele nach Unternehmenstyp

Handwerksbetrieb in Bayern (Elektriker, 8 MA): Plant Einführung Auftragsverwaltungssoftware + Tablets für Monteure. Gesamtkosten: 22.000 €. Digitalbonus Bayern: 50 % = 11.000 € Zuschuss. Eigenanteil: 11.000 €. BAFA-Beratung (IT-Strategie): 1.500 € Kosten → 750 € Zuschuss. Gesamtersparnis: 11.750 €.

Produktionsunternehmen in Sachsen (Metallbearbeitung, 45 MA): Plant ERP-Einführung (SAP Business One) + Anbindung Maschinenpark (MES). Gesamtkosten: 180.000 €. Digitalbonus Sachsen: 20.000 € (Zuschuss). KfW 380/390: 160.000 € Kredit (günstig verzinst, 8 Jahre Laufzeit). Forschungszulage für eigene Software-Anpassungen: +35 % auf Entwicklerkosten.

Online-Shop-Gründer in NRW (Fashion, 3 MA): Plant professionellen E-Commerce-Aufbau (Shop, PIM, Lager). Gesamtkosten: 35.000 €. MID NRW: bis 15.000 € Beratungs- + Umsetzungsförderung. BAFA Beratung IT-Strategie: 2.800 € (80 %, neue BL). Eigenanteil nach Förderung: ~17.200 €.

Ihre nächsten Schritte

  1. 1Prüfen Sie zuerst das Digitalbonus-Programm Ihres Bundeslandes — nicht rückzahlbare Zuschüsse sind besser als Kredite.
  2. 2Beantragen Sie eine BAFA-Beratungsförderung für IT-Strategie als erstes — hilft bei der Entscheidung und kostet fast nichts (bis 2.800 € Zuschuss).
  3. 3Nutzen Sie die BAFA-Förderung noch 2026 — das Programm endet am 31.12.2026.
  4. 4Für KI-intensive Entwicklungen: Prüfen Sie Forschungszulage (35 % auf Personalkosten) und KMU-innovativ.
  5. 5Holen Sie mindestens 2 Angebote von Dienstleistern ein — viele Förderprogramme verlangen Vergleichsangebote.

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Hinweis: FörderPilot bietet eine unverbindliche Ersteinschätzung. Die Ergebnisse ersetzen keine professionelle Fördermittelberatung. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig — bitte prüfen Sie aktuelle Konditionen bei den offiziellen Förderstellen vor der Antragstellung.