12 Min. LesezeitJuni 2026Martin Frost

Fördermittel 2026: Alle wichtigen Änderungen und Deadlines für Unternehmen

BAFA Unternehmensberatung endet 31.12.2026, ZIM mit neuer Richtlinie V5 und Portal, KfW StartGeld auf 200.000 € erhöht, Forschungszulage KMU 35 % — alle Änderungen kompakt.

endet 31.12.2026 — jetzt nutzen!

BAFA Unternehmensberatung

max. 4,2 Mio. €/Jahr

Forschungszulage KMU (35 %)

200.000 € (seit Dez. 2025)

KfW StartGeld

ca. 630 Mio. €

ZIM-Budget 2026

2026 ist ein wichtiges Jahr für Unternehmer im Förderwesen: Einige Programme laufen aus, andere wurden verbessert, und neue Konditionen gelten seit Anfang des Jahres. Wer die Fristen kennt, kann erhebliche Vorteile mitnehmen — wer sie verpasst, verliert Förderchancen unwiederbringlich.

Dieser Artikel fasst alle wesentlichen Änderungen kompakt zusammen: Was ist neu? Was endet? Wo gibt es bessere Konditionen? Und was sollten Unternehmen noch in 2026 unbedingt beantragen?

2⚡ Kritisch: BAFA Unternehmensberatung endet 31.12.2026

Das BAFA-Programm zur Förderung unternehmerischen Know-hows — die bekannteste Beratungsförderung Deutschlands — läuft am 31. Dezember 2026 aus. Was das bedeutet: Alle Beratungen, für die Sie Förderung erhalten wollen, müssen bis 31.12.2026 abgeschlossen und abgerechnet sein.

Noch können Unternehmen bis zu 5 Beratungen (max. 2 pro Jahr) mit 50–80 % fördern lassen. Förderhöhe: max. 1.750 € (alte Bundesländer, 50 %) oder max. 2.800 € (neue Bundesländer / Jungunternehmen < 2 Jahre, 80 %). Förderfähige Themen: Digitalisierung, IT-Strategie, Nachfolge, Marketing, Personal, Energiemanagement, Finanzplanung.

Handlungsempfehlung: Beantragen Sie noch 2026 eine oder zwei BAFA-Beratungen, wenn Sie unerledigte strategische Themen haben. Der bürokratische Aufwand ist gering, der finanzielle Nutzen erheblich.

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3KfW StartGeld: Grenze auf 200.000 € angehoben

Ab 1. Dezember 2025 wurde der ERP-Gründungskredit StartGeld (KfW 365/366) von bisher 125.000 € auf 200.000 € erhöht. Das ist die wichtigste KfW-Änderung für Gründer und Jungunternehmen in den letzten Jahren. Gleichzeitig wurde der maximale Betriebsmittelanteil auf 80.000 € angehoben.

Die 80 % Haftungsfreistellung bleibt bestehen — die Bank riskiert nur 20 % des Kreditbetrags. Das bedeutet: Für Gründungen mit etwas höherem Kapitalaufwand (Ausstattung, Ladenlokal, Maschinenpark, IT) ist nun deutlich mehr Spielraum da.

4Forschungszulage: 4,2 Mio. € max. für KMU

Die Forschungszulage nach FZulG gilt 2026 unverändert mit dem erhöhten KMU-Satz von 35 % auf bis zu 12 Mio. € Bemessungsgrundlage = maximal 4,2 Mio. € jährliche Zulage. Für große Unternehmen: 25 % × 12 Mio. € = 3 Mio. €. Die Zulage gilt als Rechtsanspruch — kein Wettbewerb, keine Fristen.

Neu 2025/2026: BSFZ-Digitalisierung abgeschlossen, deutlich kürzere Bearbeitungszeiten. Rückwirkende Anträge für abgelaufene Wirtschaftsjahre weiterhin möglich. Kombination mit ZIM weiterhin zulässig (ZIM-Kosten werden von der Bemessungsgrundlage abgezogen).

5ZIM: Neue Richtlinie V5 und neues Antragsportal

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) läuft seit Januar 2025 nach der neuen Richtlinie V5. Das Budget für 2026 beträgt ca. 630 Mio. € — leicht erhöht gegenüber dem Vorjahresbudget von rund 600 Mio. €. Fördersätze unverändert: 55 % (kleine Unternehmen), 45 % (mittlere Unternehmen).

Wichtig: Seit November 2025 läuft die Antragstellung für ZIM über das neue Portal 'Förder-Zentrale Deutschland' (nicht mehr über easy-Online). Wer ältere Anleitungen oder Ratgeber nutzt, riskiert falsche Portal-Informationen.

6De-minimis-Register: Neue Pflicht ab Januar 2026

Ab 1. Januar 2026 gilt für alle EU-Mitgliedstaaten eine neue Pflicht: De-minimis-Beihilfen müssen in einem zentralen Register erfasst und dokumentiert werden. In Deutschland wird dieses Register durch die Bewilligungsbehörden geführt — für Antragsteller bedeutet das: mehr Transparenz, aber auch mehr Kontrolle.

Für Unternehmen praktisch: Die Selbsterklärung bei De-minimis-Anträgen bleibt Pflicht, aber die Förderstellen können jetzt direkt im Register prüfen, ob die 300.000 €-Grenze überschritten ist. Falsche Selbsterklärungen werden leichter aufgedeckt — führen Sie eine eigene De-minimis-Liste und stimmen Sie diese mit dem Register ab.

7Eingestellte Programme 2024/2025 — jetzt nicht mehr beantragen

go-digital (BMWK-Digitalisierungsberatung für KMU): Eingestellt Ende 2024. Viele Websites listen dieses Programm noch — es existiert nicht mehr.

Digital Jetzt (BMWE-Investitionsförderung Digitalisierung): Eingestellt Ende 2024. Nachfolgeprogramme auf Länderebene (Digitalbonus Bayern, MID NRW etc.) existieren weiterhin.

Soforthilfe-Programme der Pandemie: Alle COVID-bedingten Sonderprogramme (Überbrückungshilfe, Neustarthilfe) sind seit 2022 vollständig ausgelaufen. Prüfungen durch Finanzbehörden laufen noch.

8Energieförderung: BEG-Heizungsförderung und Klimageschwindigkeitsbonus

Die BEG-Heizungsförderung für Unternehmen bleibt 2026 attraktiv: Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 20 % + Effizienzbonus 5 % = bis zu 55 % beim Heizungstausch. Der Klimageschwindigkeitsbonus läuft jedoch stufenweise aus — Betriebe mit alten Öl- oder Gasheizungen sollten zeitnah handeln.

KfW 270 für Photovoltaik: Weiterhin bis zu 50 Mio. € Kredit pro Vorhaben, Zinssatz ab 3,86 % p. a. (Stand Mitte 2026). Seit Juli 2025: Degressive AfA für gewerbliche PV-Anlagen bis 15 % jährlich wieder eingeführt — starker steuerlicher Anreiz kombinierbar mit dem Kredit.

Ihre nächsten Schritte

  1. 1JETZT HANDELN: BAFA-Unternehmensberatung beantragen — das Programm endet 31.12.2026.
  2. 2Wenn Sie FuE betreiben: BSFZ-Antrag für Forschungszulage stellen — 35 % auf bis zu 12 Mio. € Personalkosten ist unschlagbar.
  3. 3Gründer: KfW StartGeld jetzt bis 200.000 € — neu seit Dezember 2025.
  4. 4ZIM-Anträge: Nur noch über 'Förder-Zentrale Deutschland' (nicht mehr easy-Online).
  5. 5De-minimis-Liste anlegen: Register-Pflicht seit Januar 2026 — stimmen Sie Ihre Eigen-Liste regelmäßig ab.

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Hinweis: FörderPilot bietet eine unverbindliche Ersteinschätzung. Die Ergebnisse ersetzen keine professionelle Fördermittelberatung. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig — bitte prüfen Sie aktuelle Konditionen bei den offiziellen Förderstellen vor der Antragstellung.